Nachbericht Senioren 28.03.2026
Mit einer knappen 30:32 (16:15)-Niederlage kehrten die Handballherren des HV Oberviechtach von ihrem letzten Saisonspiel bei der HG Amberg zurück. Trotz der Pleite war es ein Auftritt mit erhobenen Hauptes – und gleichzeitig ein Abschied: Es war die letzte Partie für Trainer Martin Streit als Verantwortlicher an der Seitenlinie der Fichtenstädter. Für die Damen des Handballvereins Oberviechtach führte die Reise zum letzten Saisonspiel der Spielzeit 2025/2026 zur HG Amberg. Leider fanden die Schützlinge von Thomas Lottner und Claudia Hauser über die gesamte Spieldauer hinweg nie richtig in Tritt und verloren am Ende deutlich mit 20:30 (8:15).
Beim Gastspiel in der Vilsstadt verlief die Anfangsphase zunächst noch ausgeglichen (3:4, 8. Minute), ehe sich die Gastgeberinnen erstmals leicht absetzen konnten (4:7, 13. Minute). Dies veranlasste HV-Coach Thomas Lottner zur ersten Auszeit. Diese brachte jedoch nur kurzzeitig Besserung, bevor die HG bis zur Pause kontinuierlich davonzog (6:9, 7:12). „In der ersten Halbzeit mussten wir uns jedes eigene Tor hart erarbeiten. Zum einen kamen wir mit der massiven 6:0-Abwehr der HG gar nicht zurecht, zum anderen konnten wir klare Wurfgelegenheiten nicht nutzen“, fasste Lottner den Pausenstand von 8:15 zusammen. Nach dem Seitenwechsel schienen die HV-Damen besser im Geschehen angekommen zu sein: Innerhalb weniger Minuten verkürzten sie den Rückstand auf vier Treffer (11:15, 33. Minute). Doch eine Zeitstrafe gegen die Fichtenstädterinnen wurde teuer bezahlt: Die Gastgeberinnen erzielten fünf Tore in Folge, was die Vorentscheidung zugunsten der HG bedeutete (11:20, 36. Minute). Bis zum Ablauf der 60 Minuten ließen die Hausherrinnen nichts mehr anbrennen und verteidigten ihre Führung souverän bis zum Endstand von 30:20.
Trotz der Niederlage zum Abschluss blickt der HV auf eine ordentliche Spielzeit zurück: In der Abschlusstabelle der Bezirksoberliga belegt Oberviechtach mit 497:541 Toren und 18:22 Punkten einen soliden siebten Tabellenplatz im Mittelfeld. Auch in der kommenden Saison werden die HV-Damen wieder in der Bezirksoberliga angreifen. Dabei kann das Trainergespann auf Verstärkung bauen, da talentierte Spielerinnen aus der weiblichen A-Jugend, die sich souverän die Meisterschaft in der Oberliga Nord sicherte, fest in den Kader aufrücken. Dass der Unterbau im Verein insgesamt hervorragend funktioniert, unterstreicht zudem der Erfolg der zweiten Damenmannschaft: Diese feierte den Titel in der Bezirksklasse und damit den souveränen Aufstieg in die Bezirksliga.
In der Sporthalle des Gregor-Mendel-Gymnasiums erwischte der HV einen deutlich besseren Start als noch in der Vorwoche gegen Neutraubling. Zwar markierten die Hausherren den ersten Treffer, doch danach übernahmen die HVler das Kommando. Gestützt auf eine stabile Defensive mit einem starken Simon Gürtler als Rückhalt im Tor, fand der Angriff schnell seinen Rhythmus. Die Chancen wurden konsequent verwertet, wodurch die Führung zwischenzeitlich auf vier Tore anwuchs (13:9). „Wir haben in der ersten Halbzeit ein richtig gutes Spiel gemacht. Leider haben wir kurz vor dem Seitenwechsel einige klare Möglichkeiten liegen lassen, sodass Amberg wieder herankommen konnte“, resümierte Martin Streit die erste Hälfte, nach der sein Team knapp mit 16:15 führte. Im Gegensatz zu früheren Partien hielten die Streit-Schützlinge diesmal über die gesamte zweite Hälfte voll dagegen. Bis tief in die Schlussphase blieb die Begegnung beim 22:22 und 25:25 völlig offen. Als Knackpunkt erwiesen sich jedoch zwei rote Karten gegen zwei HV-Rückraumakteure in der 45. und 49. Minute. Die personelle Dezimierung zwang die verbleibenden Spieler auf der Rückraumposition zum Durchspielen, was in der intensiven „Crunchtime“ zum Kraftverlust führte. Amberg nutzte dies aus und zog vorentscheidend auf 31:27 davon. Trotz des 30:32-Endstands bewies der HV Moral und verkaufte sich beim favorisierten Tabellenzweiten teuer – ein würdiger Abschluss für die Ära Martin Streit.
Der HV Oberviechtach beendet die Saison 2025/2026 auf Platz 7 mit 18:26 Punkten. Leistungen wie gegen Amberg verdeutlichten, dass mit weniger Punktverlusten in den Heimspielen gegen Hersbruck, Altdorf und Herzogenaurach eine bessere Platzierung möglich gewesen wäre. In der Spielzeit 2026/2027 sollen die Meisterspieler der männlichen A-Jugend integriert werden; zudem soll die zweite Männermannschaft wieder „in Konkurrenz“ in der Bezirksklasse starten. Nicht mehr zur Verfügung stehen in der kommenden Saison Bastian Meckl (Freiwilliges Soziales Jahr), Luca Meier (berufsbedingt) sowie Maximilian Schlehuber (HSG Nabburg/Schwarzenfeld).
Bericht: Thomas Völkl (vöt) – Fotos: Jessica Pflug (IG: momentsby_jessy)

